Am 1. Oktober wird in der Sitzung der Gemeindevertretung ein Antrag von B90/DIE GRÜNEN in der Gemeindevertretung behandelt, mit dem wir 

Das wichtige „Tafelsilber“ der Gemeinde sichern und Grundstücke nur noch im Erbbaurecht vergeben wollen
Die Vergabe von Grund und Boden an Konzepten ausrichten wollen, die Investoren anbietenstatt auf den Höchstpreis zu schielen. Es sollen sozial-ökologisch motivierte Bauherrenschaften, Baugruppen, Baugenossenschaften und andere Formen von gemeinnützigen, nicht ausschließlich profitorientierten Immobilienentwicklernder Vorzug gegeben werden
Die Gemeinde an den Bodenwertsteigerungen partizipieren lassen wollen, wenn Bauland ausgewiesen wird.

Ammersbek hat in der Vergangenheit viel Grund und Boden, bebaut und unbebaut, verkauft. Heute stehen daher kaum geeignete Flächenfür Wohnbauentwicklung oder Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung. In der Metropolregion ist Wohnen inzwischen so teuer, dass es bis zur Hälfte der Lebenshaltungskosten einnimmt. Dies liegt nicht nur daran, dass in den letzten Jahren vor allem teure Wohnungen gebaut wurden und viele Wohnungen aus der Sozialbindung fielen. Es ist auch eine Folge der Bodenspekulationen. Allein von 2016 bis 2018 stiegen die Grundstückspreisefür EFH und DH in Ammersbek um etwa 15 Prozent, die Bodenrichtwerte für Bauerwartungsland um 19 Prozent (Bünningstedt) bis 30 Prozent (Lottbek). 

Der Antrag wurde bisher im Finanzausschuss und im Hauptausschuss beraten und es zeigt sich deutlich, dass alle anderen Parteien (wirklich alle anderendie so gestaltete Handlungsfähigkeit und die Einanhmen für die Gemeinde ablehnen. Die Vorteile einer langfristigen Handlungsfähigkeit der Gemeinde durch Erbbaurecht und der verlässlichen, stetigen Einnahmen durch die Erbbauzinsen wiegt für sie weniger als kurzzeitige Einnahmen durch den Verkauf von Grundstücken. Erstaunlich, denn an anderer Stelle wird beklagt, dass zu viel Tafelsilber verkauft wurde und begrüßt, wenn junge Familien es sich leisten können, nach Ammersbek zu ziehen.

Die Kirche arbeitet ausschließlich mit Erbbaurecht und unsere große Schwester Hamburg hat gerade in der letzten Woche verlautbart, dass sie in Zukunft vermehrt das Erbbaurecht einsetzen will. Frankfurt und München schöpfen den Mehrwert aus den Bodenpreissteigerungen in erheblichem Maße abWien ist dabeiviele Bundesstaaten in den USA und weitere Städte weltweit. Sie nutzen die Lenkungswirkung und profitieren anstelle der Investoren von den BodenwertsteigerungenSo entstehen Werte für die Gemeinschaftes könnenSozialwohnungen ausgewiesen, KITAS und Schulen errichtet, Plätze und Parks, Grün- und Ausgleichsflächen gebautwerden .

Für das, was große Städte vormachen, scheint in kleinen Gemeinden mit ihren ehrenamtlichen Politikern die Weitsicht zu fehlen.

Am 1. Oktober ist der Antrag noch einmal Thema in der Gemeindevertretung, 19.30 Uhr im DGH. Wir freuen uns auf reges Interesse.

Hier geht es zum Antrag.
Antrag Wertesicherung

 

Jetzt, im Spätsommer des Jahres 2019, steht die Entscheidung an, ob die Grundschule in Bünningstedt saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden soll. Die Gemeindevertretung muss die Entscheidung in ihrer Sitzung am 10. September 2019 treffen, damit die Frist eingehalten werden kann, umfangreiche Fördermittel der Landesregierung zu erhalten.

Bereits im November 2017 Jahren hat die Gemeindevertretung eine politische Grundsatz­entscheidung zugunsten eines Neubaus getroffen. Wir, die Fraktion der GRÜNEN, haben damals gegen einen Neubau gestimmt. Das hat,immer noch, gute Gründe: Die bestehende Schule war und ist beliebt, ein Neubau ist grundsätzlich teurer als eine Sanierung, und da die alte Schule weiterlaufen soll, bis die Neue fertig ist, steht er auf der "Grünen Wiese", verbraucht also neue Flächen. Das will die Gemeinde  eigentlich laut Wohnungsentwicklungsplanung vermeiden. Ein Neubau führt zwangsläufig zu einer höheren Belastung der Nachbarschaft durch Lärm und Schmutz während der Bauphase. Was uns damals ganz besonders skeptisch machte, war die Deckelung der Neubaukosten auf fünf Millionen Euro, einem Wert, der nur geringfügig über den Sanierungskosten lag (selbst wenn man den Verkauf des bestehenden Schulgrundstücks berücksichtigt). Es war also ein Billigbau zu befürchten, der eher eine Verschlechterung darstellt.

All dieses ließ uns damals die Sanierung favorisieren. Aber die Mehrheit hat sich für einen Neubau ausgesprochen . Aber wenn es schon ein Neubau sein muss, wollen wird den weiteren Entscheidungsprozess besonders kritisch begleiten.

Inzwischen ist viel passiert. Insbesondere hat die Gemeinde Landesfördermittel aus dem Förderprogramm „IMPULS 2030“der Landesregierung beantragt und ca. 2,1 Millionen Euro für einen Neubau zugeteilt bekommen. Diese Mittel werden aber nur fließen, wenn bis zum 30.09.2019 eine detaillierte Bauplanung in Kiel vorgelegt wird.

Im Laufe des Jahres berief die Gemeindevertretung eine Arbeitsgruppe aus Lehrern, Eltern, Schülern, Vertretern der Gemeindeverwaltung und Politikern aller Fraktionen ein und plante mit fachlicher Begleitung durch ein Architektenbüro  eine neue Schule – zunächst einmal nur nach dem Bedarf ohne Berücksichtigung der Kosten. Die Anpassung an das Budget sollte nach dieser „Phase Null“ erfolgen.

Im Juni 2019 lagen die Ergebnisse der Arbeitsgruppe auf dem Tisch: Eine „Wünsch-dir-was“-Schule, die bei (fast) allen Beteiligten ausgesprochen positive Resonanz hervorrief. Der Pferdefuß: Sie war mit ca. 12 Millionen Euro viel zu teuer. Die nutzbare Quadratmeterzahl dieser „Wunschschule“ lag bei 4700; im Landesdurchschnitt haben vergleichbare Schulen eine empfohlene Größe von ca. 2900 qm. Zum Vergleich: die Bestandsschule hat eine Fläche von 1900 qm. Das erklärt, warum zurzeit teilweise auf den Fluren unterrichtet werden muss.

Die Architekten machten sich nun daran, die – wie es sehr bildlich formuliert wurde – Luft herauszulassen. Unter Beibehaltung des grundsätzlichen Konzeptes und der gewünschten Funktionen der einzelnen Räume entstand im Computer eine Schule mit einer Größe von 3300 qm und Kosten von 8,5 Millionen Euro. Über diese Schule soll nun abgestimmt werden.

Wir GRÜNE machen es uns nach wie vor nicht leicht, eine positive Entscheidung zu treffen. Die neue Schule ist aus unserer Sicht wirklich gut gelungen. Trotzdem belasten 8,5 Millionen Euro (abzüglich 2,1 Millionen Fördermittel, abzüglich geschätzten 0,7 Millionen für die Differenz aus Grundstücksankauf (Ackerland) und Grundstücksverkauf für Wohnbebauung) den Haushalt einer verschuldeten Gemeinde immer noch sehr stark. Die zu Beginn genannten Argumente gelten nach wie vor.

Dazu kommt, dass die Planung noch nicht den Ersatz der ebenfalls sanierungsbedürftigen und zu kleinen Turnhalle beinhaltet. Hierbei würden inklusive Sportplatzverlegung weitere Baukosten von etwa 3,5 Millionen Euro entstehen.

Uns als GRÜNE liegt insbesondere die Gleichbehandlung der beiden Schulstandorte am Herzen.  Das Ziel muss es aus unserer Sicht sein, moderne pädagogische Konzepte auch in der Grundschule Hoisbüttel mittelfristig zu ermöglichen. Auch diese Schule ist in Teilen sanierungsbedürftig, auch in diesem Ortsteil steht früher oder später ein Neubau an. Wir fordern auch hier entsprechende mittelfristig finanzierbare und realisierbare Konzepte.

Die geplante Schule wäre ein großer Gewinn für unsere Gemeinde, trotzdem werden wir die Fakten im Detail prüfen und unser „Ja“ davon abhängig machen, ob

  • die energetische und bautechnische Planung der Schule wie versprochen nachhaltig und energieneutral erfolgt ist,
  • zusätzliche energetische Maßnahmen, z.B. Photovoltaik, umgesetzt werden können,
  • die Gestaltung der Außenanlagen und umgewandelten Flächen einen deutlichen ökologischen Gewinn gegenüber der verbrachten landwirtschaftlich genutzten Fläche bringt,
  • die Nutzung der frei werdenden Grundstück flächensparend und sozial ausgewogen erfolgt, also auch nicht ganz so betuchte Ammersbeker hier ein neues Zuhause finden können,
  • Mittel auch für die zweite Grundschule in der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden, um durch ein innovatives Raumkonzept moderne pädagogische Konzepte umsetzen zu können.

Eines ist für uns Grüne jedoch sicher: Investitionen in die Bildung für unsere Kinder ist eine Investition in die Zukunft.

Die Klimakrise ist in aller Munde. Feinstaub, Fahrverbote, Stickstoffbelastung, CO2-Ausstoß und ökologischer Fingerabdruck begegnen uns in fast allen Medien.

Vernachlässigt und wenig beachtet wird oft, dass auch der Flächenverbrauch, die Versiegelung und Zersiedelung von Landschaft, manchmal gar ihre Zerstörung und die Art des Bauens und Wohnens, der Erhalt von naturnahen Räumen für mehr Biodiversität, für Bienen & Co. wichtig sind für die Ökosysteme und unser aller Zukunft.

Ammersbek ist zu Recht stolz darauf, eine grüne Gemeinde zu sein. Wohnen und Naherholung in Wald und Flur liegen hier dicht beieinander.

Und auch deshalb hatte sich die Mehrheit aus SPD und Grünen in Ammersbek 2009 auf Nachverdichtung und Schonung des grünen Außenbereichs geeinigt. Aber die damalige "Opposition" scheint noch immer anderer Meinung zu sein, wie eine Radiosendung vom 28.4.19 zeigt: "Immobilienboom, was wird aus den Gemeinden?“ 

Ab ca. Minute 26 äußert sich dort die Fraktionsvorsitzende der CDU, Christiane Maas:
"Das Kernproblem ist, dass wir einerseits bis an die Baugrenzen den Landschaftsschutz rangezogen haben. Und ansonsten finden die Leute alle Ammersbek so schön, dass sie dort eigentlich keine anderen Menschen mehr in größerem Umfang haben möchten." 

Jürgen Ehrig (SPD) weist in dem Radiobeitrag darauf hin, dass in Ammersbek das Bauvolumen, das der Landesentwicklungsplan zulässt schon ausgeschöpft wurde. Er bezieht sich damit nicht nur auf diverse neue Einfamilienhäuser, die durch Grundstücksteilungen gebaut werden konnten, sondern auch auf die größeren Baugebiete, die derzeit gefüllt werden: Schäferdresch (am großen Timmerhorner Teich), Rehagen (An der Strusbek), Hoisbüttel-Dorf (Wohnpark An der Bredenbek) und in Lottbek jetzt das große Wohn-und Geschäftshaus am Bahnhof.

Für mehr Bauflächen braucht es die Genehmigung des Landes. Die CDU hat beim Innenministerium laut Maas schon mehrere Vorschläge für Neubauflächen gemacht, jedoch jedes Mal zu hören bekommen: 'Wir können das aus Naturschutzgründen nicht genehmigen.' Aber Maas kann das überhaupt nicht nachvollziehen und kommentiert auf Welle Nord: "Wenn Sie sich an einigen Stellen einmal umschauen, wissen Sie gar nicht, was Sie da noch kaputt machen sollen, also da ist wirklich nicht viel."

Vielleicht erklärt Frau Maas ja die Tage noch, wie sie sich die Zukunft in Ammersbek vorstellt, für die die Jugend derzeit überall auf die Straße geht. Ein paar Anregungen findet sie sicher bei Rezo in seinem viralen Video.

Gemeindegrundstück an der Hoisbüttler Mühle

Nicht viel zum Kaputtmachen? Gemeindegrundstück an der Hoisbüttler Mühle

Wahrscheinlich durch unseren offenen Brief und das damit einhergehende Medienecho – es wurde u.a. im Hamburger Abendblatt, Ausgabe Stormarn, im Stormarner Tageblatt und im Markt berichtet – findet am 20. Februar 2019 um 18.15 Uhr eine Sondersitzung des  Umweltausschusses des Kreistages statt, auf dem zu den Timmerhorner Teichen berichtet werden soll. Wer Zeit hat und mag, kann dort erscheinen und in der Fragestunde vor oder nach der Ausschusssitzung auch seine Fragen stellen.

Ein schöner erster Erfolg. Wir lassen nicht locker. Denn noch hat kein Frosch seinen Teich zurück.

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Sondersitzung Umweltausschuss des Kreistages, 

20. Februar 2019, 18.15 Uhr

Sitzungsraum A 129

Mommsenstraße 13

23843 Bad Oldesloe

Tagesordnungspunkt Ö 11.3: Bericht zu den Timmerhorner Teichen

Am Freitag, den 25.01.2019 wurde der imposante Baum in Vorbereitung der Arbeiten für den Neubau am Bahnhof gefällt.

Über 1.300 Menschen aus Ammersbek und Umgebung, hatten sich für den Erhalt aller 3 alten Bäume am Bahnhof im Frühsommer 2017 eingesetzt. Mit ihrem Namen und ihrer Unterschrift unterstützten sie die Petition des NABU Ammersbek. Das Ziel: Den geplanten Baukörper so zu verschieben, dass die geschützten Bäume auch weiterhin für Mensch, Natur und Klima erhalten bleiben können.

Rotbuche 01

Dafür haben die Grünen in den Ausschüssen gekämpft. Schnell war klar, die Linde soll bleiben und auch die Rotbuche direkt am Bahndamm. Aber der nur sechs Meter entfernte Geschwisterbaum sollte dem Baukörper weichen. Zunächst wurde die Standsicherheit der Rotbuche in Frage gestellt. Dann wurde ihr durch ein Zweitgutachten der Gemeinde doch noch ein sehr langes Leben bescheinigt. Schließlich bot der Investor sogar selbst eine geänderte Planung mit verschobenem Baukörper an, der das Ziel alle drei Bäume zu erhalten, ermöglicht hätte!

Rotbuche 02

Aber die Mehrheit der Gemeindevertretung stimmte leider dagegen und hat sich für die ursprüngliche Planung und die Fällung der Rotbuche entschieden. Im Wesentlichen wegen ca. 15 Tiefgaragenplätzen mehr und wegen eines geraden Fußwegs von der Parkpalette zum Bahnhof, der nicht von einem Baum verstellt und womöglich im Zickzack über eine „dunkle“ Hausecke geführt werden muss.

Im Rahmen der immer breiter geführten Diskussion über notwendige Maßnahmen zum Naturerhalt und zur Energie- und Mobilitätswende erscheint diese Entscheidung alles andere als klug und nachhaltig in ihrer Güterabwägung gewesen zu sein.