Jetzt, im Spätsommer des Jahres 2019, steht die Entscheidung an, ob die Grundschule in Bünningstedt saniert oder durch einen Neubau ersetzt werden soll. Die Gemeindevertretung muss die Entscheidung in ihrer Sitzung am 10. September 2019 treffen, damit die Frist eingehalten werden kann, umfangreiche Fördermittel der Landesregierung zu erhalten.

Bereits im November 2017 Jahren hat die Gemeindevertretung eine politische Grundsatz­entscheidung zugunsten eines Neubaus getroffen. Wir, die Fraktion der GRÜNEN, haben damals gegen einen Neubau gestimmt. Das hat,immer noch, gute Gründe: Die bestehende Schule war und ist beliebt, ein Neubau ist grundsätzlich teurer als eine Sanierung, und da die alte Schule weiterlaufen soll, bis die Neue fertig ist, steht er auf der "Grünen Wiese", verbraucht also neue Flächen. Das will die Gemeinde  eigentlich laut Wohnungsentwicklungsplanung vermeiden. Ein Neubau führt zwangsläufig zu einer höheren Belastung der Nachbarschaft durch Lärm und Schmutz während der Bauphase. Was uns damals ganz besonders skeptisch machte, war die Deckelung der Neubaukosten auf fünf Millionen Euro, einem Wert, der nur geringfügig über den Sanierungskosten lag (selbst wenn man den Verkauf des bestehenden Schulgrundstücks berücksichtigt). Es war also ein Billigbau zu befürchten, der eher eine Verschlechterung darstellt.

All dieses ließ uns damals die Sanierung favorisieren. Aber die Mehrheit hat sich für einen Neubau ausgesprochen . Aber wenn es schon ein Neubau sein muss, wollen wird den weiteren Entscheidungsprozess besonders kritisch begleiten.

Inzwischen ist viel passiert. Insbesondere hat die Gemeinde Landesfördermittel aus dem Förderprogramm „IMPULS 2030“der Landesregierung beantragt und ca. 2,1 Millionen Euro für einen Neubau zugeteilt bekommen. Diese Mittel werden aber nur fließen, wenn bis zum 30.09.2019 eine detaillierte Bauplanung in Kiel vorgelegt wird.

Im Laufe des Jahres berief die Gemeindevertretung eine Arbeitsgruppe aus Lehrern, Eltern, Schülern, Vertretern der Gemeindeverwaltung und Politikern aller Fraktionen ein und plante mit fachlicher Begleitung durch ein Architektenbüro  eine neue Schule – zunächst einmal nur nach dem Bedarf ohne Berücksichtigung der Kosten. Die Anpassung an das Budget sollte nach dieser „Phase Null“ erfolgen.

Im Juni 2019 lagen die Ergebnisse der Arbeitsgruppe auf dem Tisch: Eine „Wünsch-dir-was“-Schule, die bei (fast) allen Beteiligten ausgesprochen positive Resonanz hervorrief. Der Pferdefuß: Sie war mit ca. 12 Millionen Euro viel zu teuer. Die nutzbare Quadratmeterzahl dieser „Wunschschule“ lag bei 4700; im Landesdurchschnitt haben vergleichbare Schulen eine empfohlene Größe von ca. 2900 qm. Zum Vergleich: die Bestandsschule hat eine Fläche von 1900 qm. Das erklärt, warum zurzeit teilweise auf den Fluren unterrichtet werden muss.

Die Architekten machten sich nun daran, die – wie es sehr bildlich formuliert wurde – Luft herauszulassen. Unter Beibehaltung des grundsätzlichen Konzeptes und der gewünschten Funktionen der einzelnen Räume entstand im Computer eine Schule mit einer Größe von 3300 qm und Kosten von 8,5 Millionen Euro. Über diese Schule soll nun abgestimmt werden.

Wir GRÜNE machen es uns nach wie vor nicht leicht, eine positive Entscheidung zu treffen. Die neue Schule ist aus unserer Sicht wirklich gut gelungen. Trotzdem belasten 8,5 Millionen Euro (abzüglich 2,1 Millionen Fördermittel, abzüglich geschätzten 0,7 Millionen für die Differenz aus Grundstücksankauf (Ackerland) und Grundstücksverkauf für Wohnbebauung) den Haushalt einer verschuldeten Gemeinde immer noch sehr stark. Die zu Beginn genannten Argumente gelten nach wie vor.

Dazu kommt, dass die Planung noch nicht den Ersatz der ebenfalls sanierungsbedürftigen und zu kleinen Turnhalle beinhaltet. Hierbei würden inklusive Sportplatzverlegung weitere Baukosten von etwa 3,5 Millionen Euro entstehen.

Uns als GRÜNE liegt insbesondere die Gleichbehandlung der beiden Schulstandorte am Herzen.  Das Ziel muss es aus unserer Sicht sein, moderne pädagogische Konzepte auch in der Grundschule Hoisbüttel mittelfristig zu ermöglichen. Auch diese Schule ist in Teilen sanierungsbedürftig, auch in diesem Ortsteil steht früher oder später ein Neubau an. Wir fordern auch hier entsprechende mittelfristig finanzierbare und realisierbare Konzepte.

Die geplante Schule wäre ein großer Gewinn für unsere Gemeinde, trotzdem werden wir die Fakten im Detail prüfen und unser „Ja“ davon abhängig machen, ob

  • die energetische und bautechnische Planung der Schule wie versprochen nachhaltig und energieneutral erfolgt ist,
  • zusätzliche energetische Maßnahmen, z.B. Photovoltaik, umgesetzt werden können,
  • die Gestaltung der Außenanlagen und umgewandelten Flächen einen deutlichen ökologischen Gewinn gegenüber der verbrachten landwirtschaftlich genutzten Fläche bringt,
  • die Nutzung der frei werdenden Grundstück flächensparend und sozial ausgewogen erfolgt, also auch nicht ganz so betuchte Ammersbeker hier ein neues Zuhause finden können,
  • Mittel auch für die zweite Grundschule in der Gemeinde zur Verfügung gestellt werden, um durch ein innovatives Raumkonzept moderne pädagogische Konzepte umsetzen zu können.

Eines ist für uns Grüne jedoch sicher: Investitionen in die Bildung für unsere Kinder ist eine Investition in die Zukunft.

Erfreulicherweise gibt es etliche neue, ganz junge Einwohner hier in Ammersbek. Durch Geburt oder Zuzug ist der Bedarf an Krippenplätzen in unseren Kindertagesstätten sprunghaft gestiegen. Nach den aktuellen Zahlen aus dem Rathaus (Stand 09.01.2019) stehen 74 Kinder auf den Wartelisten der Kitas, dem gegenüber wird es zum Beginn des neuen Kita-Jahres, am 01.08.2019, aber nur 28 freie Plätze geben. 46 Elternpaare werden also nach derzeitigem Stand eine Absage in ihrer Post finden!

Eine schnelle Reaktion ist notwendig, um möglichst vielen Eltern zu ermöglichen, ihr Kind in einer Kita in Ammersbek betreuen zu lassen.

Der Neubau einer Kita kann nur längerfristig geplant werden, zwei bis drei Jahre gehen üblicherweise ins Land, bis eine neue Kita genutzt werden kann; als schnelle, noch in 2019 realisierbare Maßnahme kommt nur der Umbau eines bereits vorhandenen Gebäudes in Frage. Die Gemeindeverwaltung hat das ehemalige, für den ursprünglichen Zweck nicht mehr genutzte Jugendzentrum im Ortsteil Lottbek vorgeschlagen.

 Jugendzentrum

Ein Architektenbüro wurde mit den entsprechenden Prüf- und Planungsmaßnahmen beauftragt. Die Bausubstanz ist gut und für den neuen Verwendungszweck geeignet. In diesem Gebäude könnten zwei Krippengruppen mit jeweils zehn Kindern unterkommen. Die Kosten wären mit €31.500 pro Kind hoch, aber immer noch günstiger als beim Neubau einer Kita, was Vergleichszahlen mit den Bauvorhaben anderer Kommunen belegen. (Die Kosten beinhalten bereits eine von der Verwaltung aufgeschlagene Sicherheitsreserve von 20 Prozent.)

Ein großer Vorteil wäre die räumliche Nähe zur bestehenden Kita Lottbek. Die hier vorhandene, und zum großen Teil kürzlich sanierte Infrastruktur würde mitbenutzt werden, beispielsweise das Leitungsbüro, der Besprechungsraum der Erzieher oder die Küche (für frisch zubereitete Speisen). Das spart Kosten. Hinzu kommt, dass im Laufe des Jahres Erzieher, z.B. aus eigener Elternzeit, in die Kita Lottbek zurückkehren und somit ausreichend Personal für die beiden neuen Krippengruppen zur Verfügung stünde. Das Leitungsteam der Kita Lottbek befürwortet die Erweiterung um zwei Krippengruppen im umgebauten Jugendzentrum ausdrücklich.

Aus Sicht der GRÜNEN in Ammersbek bietet diese Option nur Vorteile; wir befürworten den Vorschlag der Verwaltung voll und ganz. Entsprechend haben wir, die Fraktion der GRÜNEN, uns dafür stark gemacht, die für den Umbau des Jugendzentrums notwendigen Kosten bereits im Etat 2019 einzuplanen (wenn auch mit einem Sperrvermerk aufgrund der noch nicht getroffenen Entscheidung durch die Gemeindevertretung).

Die ebenfalls diskutierte Variante, der Neubau einer Kita auf der Brachfläche in der Nähe des Parkplatzes Bültenbarg, halten wir für ungünstiger:

·         Ein Neubau wäre (pro Kind und in Summe) teuer als der Umbau,

·         auf diesem Gelände wäre die Erschließung nach Aussage des beauftragten Architektenbüros recht aufwändig und entsprechend kostspielig,

·         es würde ökologisch wertvolle Fläche vernichtet werden,

·         das Personal und die Organisationstruktur müssten komplett neu aufgebaut werden,

·         Landesfördermittel in Höhe von €46.000 würden verfallen, welche beim Umbau des Jugendzentrums in diesem Jahr noch zur Verfügung stünden,

·         und - vor allem – der Neubau wäre wahrscheinlich erst realisiert, wenn die jetzigen Krippenkinder eher die Vorschulgruppe bilden würden.

Natürlich wäre die Schaffung von 20 Krippenplätze nur ein Schritt zur Deckung des Bedarfs. Parallel müsste eine weitere Betreuungsmöglichkeit eingerichtet werden, dann aber aus unserer Sicht in einem anderen Ortsteil, gemäß dem Motto "Kurze Beine - kurze Wege". Beispielsweise stehen im Moment 29 Kinder aus Schäferdresch/Rehagen auf der Warteliste.

Eine Vorentscheidung über die Aufhebung des Sperrvermerks, und damit die Einrichtung der neuen Krippengruppen, wird am Mittwoch, den 16. Januar 2019 in einer gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses und des Ausschusses für Soziales, Jugend und Kultur getroffen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19:30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus "Pferdestall". Ein weiterer Tagesordnungspunkt wird ein Fachvortrag über die (uns hoffentlich nicht betreffende) Asbestbelastung in älteren Gebäuden sein.

Für uns GRÜNE steht fest: die Erweiterung der Kita Lottbek um 20 Krippenplätze kann nicht die einzige Maßnahme sein, aber es ist im Moment die schnellste, kostengünstigste, und - in Summe - sinnvollste.

Wir sehen Grün – die CDU sieht Rot


Am 5.1.2012 fand eine außerplanmäßige Sitzung der Gemeindevertretung statt, um die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet Timmerhorner Teiche zu beschließen.

Warum das Ganze?

Der aus den 50er Jahren stammende Bebauungsplan ist aufgrund eines gerichtlichen Verfahrens für ungültig erklärt worden. Alle darauf aufbauenden Änderungen für zwei Teilbereiche werden daher ebenso wenig gültig sein. Deshalb halten wir es für erforderlich, einen neuen Bebauungsplan für dieses Gebiet aufzustellen. Der Bauausschuss hat am 14.12. bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung diese Empfehlung gegeben. Durch die Veränderungssperre, die ebenfalls beschlossen wurde, haben die Gemeindegremien drei Jahre Zeit. Zeit, um in Ruhe zu entscheiden, ob, wo und was hier gebaut werden soll.

Große Ausgaben und kleine Sparmaßnahmen

Am 24. Oktober 2018 liegt dem Bauausschuss ein Antrag vor, für den Anbau der Feuerwehr in Hoisbüttel-Dorf 70.000 € Zusatzkosten zu bewilligen. Weil Freiflächen durch die Gebäudeerweiterung wegfallen, wünschen sich die Feuerwehrleute das Dach ihres neuen Anbaus begehbar, was eine bessere Statik, Plattendeckung und aus Sicherheitsgründen ein Geländer erfordert. Als Zweck wird in der Vorlage "Kameradschaftsarbeit" geannt.

Soziales Miteinander in einer Dorfgemeinschaft ist wichtig, es stärkt die Dorfidentität und das Wohlbefinden. Deshalb werden überall im Land beispielsweise Vereine finanziell unterstützt. Das sind sogenannte "freiwillige Leistungen", die Ammersbek wegen knapper Kassen vor Jahren deutlich reduzierte.

Dass der Gürtel eng geschnallt wird, sieht man in Ammersbek allerdings eher im Kleinen, etwa bei Vereinen. Zwei Beispiele aus 2018: Für seine Parkplatzsanierung bittet der Hoisbütteler Sportverein um 50 %, nämlich 5000 € Zuschuss. Die FDP will nur 1500 € gewähren, die CDU nur 35 %. Am Ende bewilligt die Mehrheit der anderen Parteien den ursprünglichen Antrag. Die Tennissparte des Vereins, in der auch 130 Kinder und Jugendliche spielen, bittet um knapp 5 %, 7400 € Zuschuss für eine Grundsanierung der Tennisanlagen. Dies wird von Verwaltung und Politik abgelehnt, da man einzelne Sparten nicht bevorzugen will.

Im Kleinen wird also versucht zu sparen, im Großen summieren sich die notwendigen Ausgaben auf viele Millionen Euro (Schulden), durch den gewünschten Neubau der zweiten Ammersbeker Feuerwache, zwei sanierungsbedürftige Grundschulen, Mehrbedarf an Kita-Plätzen und ein Netz von maroden Straßen. Das alles wird unweigerlich zu einer deutlichen Grundsteuererhöhung führen, zumal Baukosten infolge des Baubooms landesweit kräftig angestiegen sind.

Es wird daher spannend, wie der Bauausschuss abstimmt. Wir Grünen jedenfalls werden, auch wenn wir den Wunsch nach Ersatz für die weggefallene Außenfläche nachvollziehen können, gegen die Bewilligung der 70.000 € stimmen, denn die Einnahmen der Gemeinde werden sicherlich in diesem Jahr nicht ausreichen, um die notwendigen Ausgaben zu decken.

Aber da bereits eine Tür zum Dach eingebaut wurde, besteht die Dachterrassenoption auch noch zu einem späteren Zeitpunkt. So könnte versucht werden, Fördermittel zu akquirieren, damit von der Gemeinde nur noch ein Zuschuss notwendig wäre. Vielleicht könnte die Feuerwehr sogar Sponsoren für solche kameradschaftsstärkenden Maßnahmen gewinnen. Zu prüfen wäre allerdings, ob "Kameradschaftsarbeit" auf dem Dach (weit reichender Schall) nachbarschaftsverträglich ist.

Feuerwehrwagen