Ammersbeker Grüne treffen die Grüne Jugend StormarnKlausurtagung-Bild1Noch nicht überwiegend grauhaarig, aber immerhin mit einem Altersschnitt von gut 50 Jahren saßen die Ammersbeker Grünen am Wochenende dem Vorstand der Grünen Jugend Stormarn - Altersschnitt 21 - gegenüber und ließen sich beraten. Die Frage, wie man Kinder und Jugendliche besser in politische Entscheidungeneinbeziehen könne, stand am Beginn ihrer Klausurtagung, zu der verschiedene Referenten eingeladen waren.

 
Die Grüne Jugend Stormarnhatte sich dieses Jahr im Frühling gegründet und seitdem schon so Einiges auf die Beine gestellt. Sie tagen regelmäßig im alten  Bargteheider Bahnhof und hoffen auf viele weitere Mitglieder, auch aus Ammersbek.

Bereit zu helfen, versuchten sie sich nun in einer Analyse der Politiküberalterung in Ammersbek und fragten ihre G

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astgeber erst einmal aus.

Eine wesentliche Ursache, weshalb sich hier kaum Jugendliche für Lokalpolitik interessieren, war schnell gefunden. In Ammersbek gibt es keine fortführenden Schulen. Nach der Grundschule orientieren sich die Kinder dorthin, wo sie zur Schule gehen und ihre Freunde sind, also nach Ahrensburg, Bargteheide oder Hamburg. Christian Graap (26), der für die Grünen in der Trittauer Gemeindever

tretung sitzt und von Beruf Erzieher ist, riet daher, schon sehr früh Kinder einzubeziehen, wenn man sie als Jugendliche für aktive Teilnahme am politischen Leben gewinnen will und nannte gute Beispiele aus Trittau.

Man müsse andere Orte als die Schule finden, um Jugendliche anzusprechen, riet Torben Tyx, der bereits mit 20 Jahren für die Grünen in Barsbüttel aktiv ist. Pfadfinder, Jugendfeuerwehr, Sportverein - auch hier seien junge Menschen anzutreffen, die sich für ihr Umfeldengagieren. Die Botschaft sollte lauten: "Eure Meinung ist uns wichtig", so die jüngste der Drei, Lina Graumann aus Bargteheide. Torben betonte: "Jugendliche sind immer betroffen", selbst wenn es in der Gemeindepolitik um so langweilige Dinge wie den Haushalt, die Sanierung der Sporthalle oder die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für den Bauhof ginge.

 
Lina versicherte, dass Jugendliche sowieso eine gewisse Affinität zu Grüner Politik hätten, und es daher eine Fülle von Themen gebe, die ihr Interesse wecken  könnten. Das Wichtigste wäre, ernst genommen zu werden, so Torben, der entsprechende Erfahrungenmachte, als er das erste Mal unter den 40 Jahre älteren Mitgliedern des Barsbüttler PlanunKlausurtagung-Bild3gsausschusses saß.

  
Die Grüne Jugend Stormarn hat sich als Symbol einen extrastacheligen Igel gewählt, aber dieses Wochenende legten sie ihre Stacheln an und berichteten den Ammersbeker Grünen von ihren Erfahrungen und Aktivitäten. Über 30 Jahre Altersunterschied schmolz schnell zusammen und bei einem Essen im Pferdestall führten dann schon gemeinsame Themen wie Massentierhaltung und Probleme beim veganen oder vegetarischen Leben zu neuem regen Gedankenaustausch.

(Fotos: Dr. Petra Ludwig-Sidow)