Eine Studie des Pestel-Instituts schlägt Alarm: In Deutschland fehlen aktuell vier Millionen Sozialwohnungen, 230.000 davon in Schleswig-Holstein und Hamburg. Während im ländlichen Raum immer mehr Leerstand zu verzeichnen ist, greift in wachsenden Ballungszentren eine "neue Wohnungsnot" um sich.

Die immer geringere Zahl preiswerter Wohnungen in sich wirtschaftlich gut entwickelnden Regionen macht eine der drängendsten sozialen Herausforderungen deutlich: "Es ist höchste Zeit bezahlbaren Wohnraum durch Mietwohnungsbau - insbesondere für Geringverdiener, Alleinerziehende und Rentner - zu schaffen. Bleiben politische Korrekturen aus, ist in den nächsten Jahren mit zunehmenden sozialen Spannungen zu rechnen.

Ein Grund für den Zustrom in die Metropolregionen ist die Umkehr der Stadtflucht der 1980er Jahre. Die nun herangewachsenen Jahrgänge suchen jetzt Studien- und Ausbildungsplätze in den Städten, auch die Älteren zieht es wieder in die Stadt der Kulturangebote und der kurzen Wege. Hinzu kommt die angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt und der Anspruch an die Flexibilität und Mobilität der Arbeitnehmer.

Wird das Jahr 2013 ein Jahr der Wohnungs- und Mietenpolitik? Vieles deutet darauf hin. Das Thema wird in den anstehenden Wahlkämpfen von zentraler Bedeutung sein. In den Groß- und Universitätsstädten explodieren die Mieten. Dass das Wohnungsproblem keine Marginalie mehr ist, führen uns die vielen kleineren und größeren Demonstrationen vor Augen, die wir im vorigen Jahr in Hamburg und im März auch in Ahrensburg erlebt haben. Weil bezahlbare Wohnungen Mangelware sind, Luxusmodernisierungen und explodierende Mieten die Menschen aus ihren Stadtquartieren vertreiben, gehen sie für ihre Rechte auf die Straße. Der Engpass der Wohnungssituation hat zur Folge, dass die Bestandsmieten, also die Mieten, die langjährige Mieter zahlen, drastisch von den Angebotsmieten abweichen. In Hamburg erhöhte sich in 2012 die Bestandsmiete von 7,42 €/m2 auf eine Angebotsmiete von 9,10 €/m2 also um 23%. In Ahrensburg liegen die Bestandsmieten bei 7,30 bis 11 €, in Ammersbek bei 8,30 bis 9 €/m2. Auch das genossenschaftliche Wohnen in Ammersbek gibt Grund zur Sorge. Aufgrund der allgemeinen Mietpreiserhöhungen folgt auch hier der Mietenspiegel mit Preisanpassungen.

Diese Zahlen dokumentieren eindrucksvoll, wie hoch die Dynamik auf den Wohnungsmärkten ist, wie deutlich die Nachfrage das Angebot übersteigt und wie aussichtslos die Wohnungssuche für viele im Großraum Hamburg ist. Das Agitprop-Netzwerk Campact hat bundesweit schon über 100.000 Unterschriften von Bürgern gesammelt, die sich für die Einführung von Mietobergrenzen aussprechen, um Neuvertragsmieten per Gesetz zu begrenzen. „Neu vereinbarte Mieten sollen maximal 10 Prozent über der Vergleichsmiete der letzten zehn Jahre liegen dürfen, bestehende Mieten um maximal 15 Prozent in vier Jahren steigen".

Die Möglichkeit Ihre Stimme hier zu erheben und diese Forderung zu unterstützen, haben Sie im Internet unter www.campact.de. Campact wird u.a. von Bündnis90 /Die Grünen unterstützt.

 

 

Für den Verbraucher unmerklich und von der Öffentlichkeit fast unbeachtet hat sich in Ammersbek bei der Stromversorgung am 1. Januar 2013 etwas Entscheidendes getan: Die Gemeinde hat einen neuen Partner in Sachen Stromnetz. Der Konzessionsvertrag, der die sog. "Wegenutzung Strom" regelt, wurde zuvor mit einem neuen Netzbetreiber abgeschlossen.

Der bisherige Vertragspartner und Netzinhaber E.ON Hanse musste seinen Ammersbeker Anteil am Stromnetz an den neuen Vertragspartner der Gemeinde verkaufen. Möglich wurde dies einerseits durch Ablauf des Vertrages zum Jahresende 2012 und andererseits durch Vorgaben des Gesetzgebers, der die Entflechtung der Energieversorgungsunternehmen vorsieht. Ein Marktvorteil für Stromlieferanten, denen auch das Netz gehört, soll zukünftig ausgeschlossen werden. Die bisherigen "natürlichen Monopolisten" haben ihre Stromnetze in eigene Gesellschaften ausgegliedert, doch darf bezweifelt werden, dass sie als Töchter auch wirtschaftlich unabhängig agieren. Diese Bedenken teilt auch das Bundeskartellamt.

Ihre Chance, ein Stück unabhängiger zu werden, haben viele Städte und Gemeinden darin gesehen, sich zusammenzuschließen und mit vereinten finanziellen Kräften Eigentümer von Teilen der Stromnetze zu werden. Die Vorteile ergeben sich aus der besseren Kontrolle über die vorhandene und zukünftige Infrastruktur sowie durch einen Einfluss auf die Gebühren, die für die Durchleitung des Stroms erhoben werden. Letztere wirken sich allerdings durch die komplizierten Regularien und Gebührenstrukturen wenig auf die Strompreise für den Verbraucher aus.

Im Rahmen einer Ausschreibung Ammersbeks zur Vergabe der neuen Wegenutzung bewarb sich auch die Vereinigte Stadtwerke GmbH (VSG), mit der die Gemeinde dann den neuen Nutzungsvertrag abgeschlossen hat. Eigentümerin der VSG sind die Stadtwerke Bad Oldesloe, Mölln und Ratzeburg. Ammersbek räumt der Gesellschaft hierin die Nutzung von Straßen, Wegen, Flächen usw. für die nächsten 20 Jahre ein, die zur Pflege des Stromnetzes und der dazugehörigen Anlagen notwendig ist. Eine Option sieht vor, dass sich die Gemeinde später an der VSG beteiligen kann und Miteigentümerin wird.

Wir Grüne im Ammersbek begrüßen diesen Schritt und haben die Entscheidung in der Gemeindevertretung mit getragen. Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass es für eine neue kommunale Gesellschaft eine Herausforderung ist, den komplexen rechtlichen und wirtschaftlichen Weg eines Stromnetzbetreibers zu gehen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob und wie sich die Vorgaben des Gesetzgebers positiv für die Gemeinden und Verbraucher umsetzen lassen. Andere Städte und Gemeinden haben dies bereits erfolgreich vorgemacht.

 

 

Das alles beherrschende Thema zur Kommunalwahl 2008 war der Schutz der letzten Grünflächen im Ortsteil Lottbek. Sicher ist vielen die Vereitelung der großflächigen Bebauung am Wolkenbarg und auf dem Erdbeerfeld noch in guter Erinnerung. Wir Grüne haben zusammen mit der SPD in den letzten 5 Jahren konsequent dafür gearbeitet, dass diese Flächen durch Änderung des Flächennutzungsplanes auch längerfristig geschützt bleiben.

Doch Vorsicht ist angebracht. Schnell können sich die politischen Mehrheitsverhältnisse auch in unserer Gemeinde wieder ändern und Neubaugebiete auf der Grünen Wiese erneut Befürworter finden.

Ihre beiden Stimmen für Bündnis 90/Die Grünen sind in jedem Fall sichere Stimmen für den langfristigen Erhalt der Ammersbeker Grünflächen von Lottbek bis zum Schäferdresch.

 

Im Februar war zu lesen, dass der Bus „Traveliner“ eingestellt wird. Nun aber ist er wiederauferstanden, übernommen von der Firma Hamburg Bus. Elf mal täglich fährt der dunkelblaue Bus die Strecke Hamburg Airport - ZOB Lübeck über Bahnhof Hoisbüttel und Rehagen/Schäferdresch. Es ist nicht nur eine umweltfreundliche Möglichkeit schnell und bequem zum Hamburger Flughafen zu kommen sondern auch nach Bad Oldesloe und Lübeck.

Linienbusse schlagen in ihrer Klimabilanz sogar die Bahn, wenn sie gut ausgelastet sind. Das ist zwar bei dem „Traveliner“ noch nicht so, aber die Linie „8112“ auf der Strecke Poppenbüttel - Bargteheide wird so gut angenommen, dass eine halbstündige Frequenz sinnvoll wäre. Die Grünen setzen sich für mehr und bessere Busverbindungen ein. Hier geht noch was!

(www.hhbus.de/traveliner)

 

Wer erinnert sich noch an die schönen Linden, die einst die Hamburger Straße rund um den Hoisbüttler U-Bahnhof flankierten und den Bahn- und Autofahrern auf der Fahrt nach Hamburg einen grünen Gruß aus Ammersbek mit auf den Weg gaben? Lang, lang ist’s her, dass sie gefällt und nicht nachgepflanzt wurden. Vor zwei Jahren fielen im frühen Morgenrot weitere große Bäume der Brückenerneuerung durch die HHA zum Opfer.

Bäume im Siedlungsraum sind heute wichtiger denn je. Sie schlucken CO2 und Feinstaub, spenden Sauerstoff und kühlen Schatten. Bisher wurden nur vereinzelt Straßen- oder Alleebäume in Ammersbek neu gepflanzt, im Allgemeinen bei Straßenneubauten wie Langenkoppel und Georg-Sasse-Straße.

Die Grünen wollen sich beim zuständigen Straßenbauamt des Landes und beim kommunalen Bauamt dafür einsetzen, dass wieder mehr Bäume unsere Wege begleiten. Die Zahlungen, die als Ausgleich in die Gemeindekasse fließen, wenn kein Platz für Ersatz gefällter Bäume auf Privatgrund ist, sollten auch für neue Straßenbäume eingesetzt werden.

In Brandenburg sieht man viele kleine Straßen mit Obstbäumen, die im Frühjahr eine Augen- und Bienenweide sind. In Leipzig beantragten die Grünen um Straßenbäume herum Hecken und Büsche zu pflanzen. Dies würde die Fußwege attraktiver machen, Insekten und Vögeln helfen sowie vor Schneeverwehungen schützen.

Auch wenn Ammersbek im Grünen liegt, sollten wir das Grüne in Ammersbek schützen und entwickeln. Die Artenvielfalt und der Klimaschutz würden davon profitieren und nicht zuletzt auch wir Menschen.