SPD und CDU blockieren Ortsentwicklung

Fußgänger, die von der Hamburger Straße in die Kolberger Straße abbiegen, müssen erst einmal viele Meter an einer grauen, eintönigen Mauer entlanggehen, denn ein zweireihiger Garagenhof aus den siebziger Jahren verunziert hier das Ortsbild.

Daher wäre zu erwarten, dass alle froh sind, wenn der Grundeigentümer anbietet, dort anstelle des Garagenhofs ein Mehrfamilienhaus zu errichten, dreigeschossig, obendrauf ein Staffelgeschoss, unten drunter eine Tiefgarage und ein weiteres Staffelgeschoss auf dem Flachdachhaus nebenan.

Garagenhof KolbergerStr 2

Dieser Plan hätte in perfekter Weise dem Ziel des Gesetzgebers entsprochen, der im Baugesetzbuch fordert, flächensparend zu bauen, beispielsweise durch Umwandlung bereits bebauter Areale. Und er entspricht dem Grundsatz im Ammersbeker „Leitbild für die Wohnungsentwicklung bis 2025“, das unter Mitwirkung von SPD und Grünen 2010 fortgeschrieben worden war, mit dem Ziel, den Landschaftsverbrauch zu reduzieren. In diesem Rahmen schlugen sie auch bereits die Erweiterung der Wohnbebauung an der Kolberger Straße vor und der Bürgermeister hatte sich für die Umwandlung des Garagenhofs beim Grundstückseigentümer eingesetzt. Nachdem dieser nun dazu bereit ist, stand im Bauausschuss und im Gemeinderat die grundsätzliche Entscheidung an, eine solche Änderung herbeizuführen. Obwohl es noch nicht darum ging, Details über die Baukörpergestalt festzulegen, stimmte die SPD geschlossen dagegen, von der CDU war nur ein Fraktionsmitglied dafür.

Geltungsbereich B Planänd KolbergerStr

Die ersten Phantasien des Planers für diesen urbanen Bereich, auch wenn sie nur der vorläufigen Visualisierung dienten, waren ihnen zu massiv. Obwohl das Gebäude mit seinen insgesamt vier Geschossen niedriger bleiben sollte als der fünfgeschossige Bau dahinter und auch als der viereinhalbgeschossige große Wohnblock nördlich davon am Diekskamp, möchten SPD und CDU hier an der L 225 kein viergeschossiges Wohnhaus sehen, sondern lieber die grauen Garagenrückwände.

Dafür planen SPD und CDU zusammen mit der FDP lieber Einfamilienhäuser auf der grünen Wiese. Weit weg in Steenhop (Bünningstedt), wo man nicht nur auf ein Auto angewiesen ist, sondern wo auch noch die Schule versetzt, d.h. an anderer Stelle neu gebaut werden muss, um dort das Gemeindegrundstück für Baugrundstücke frei zu bekommen.