Warum die Grünen noch immer und immer mehr für eine Sanierung der alten Schule in Bünningstedt sind:

  1. Notwendigkeit einer exorbitanten Grundsteuererhöhung
  2. Erwiesene Sanierungsfähigkeit und beliebte Bauform der alten Schule
  3. Neuer Landschaftsverbrauch und Verkauf von Gemeindeeigentum
  4. Platzbedarf Grundschule (Fach- und Gruppenräume)
  5. Lage am bevölkerungsärmsten Gemeinderand und langfristig sinkende Schülerzahlen
  6. Ungleichbehandlung der Schulen Hoisbüttel und Bünningstedt
  7. Abstriche durch Kostendeckelung führen zu Billigbau
  8. Vernichtung von Steuergeldern, da bereits bauliche Maßnahmen in den letzten 5 Jahren umgesetzt wurden
  9. Mindestdauer bis zur Neubaufertigstellung, mit möglichen Notsanierungsbedarf der alten Schule bis dahin
  10. Fehlende Beteiligung der Eltern und Bünningstedter Einwochner

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Elbphilharmonie

Manche Bauten werden schön und teuer, manche schön teuer

1. Finanzielle Erwägungen
Die Gemeinde muss in den nächsten Jahren große, sehr kostenintensive Projekte durchführen. Beispiele sind Straßensanierung, Feuerwehrhäusersanierung, Sanierung beider Grundschulen. Der aktuell kalkulierte Jahresfehlbetrag beträgt ca 1 Mio. € Die Verwaltung bringt deshalb eine massive Grundsteuererhöhung (von zurzeit 390 % auf bis zu 531 %) ins Spiel. Daher ist es unumgänglich, auch das Projekt Schule Bünningstedt mit der besten Kosten-/Nutzenrechnung umzusetzen. Aus diesem Grund ist die Sanierung zu bevorzugen.
Der Neubau wird derzeit mit 6,95 Mio € (Vorlage 462/IX) kalkuliert, die vollständige Sanierung dagegen im Oktober 2015 mit 3,7 Mio € (Los 3 ausgenommen, da es bislang keine Entscheidung über einen zusätzlichen Sachraum gibt, der für Grundschulen nicht vorgesehen ist) (Vorlage 232/IX). Hiernach ist die Sanierungsvariante um ca. 3,25 Mio € günstiger.

Kostenvergleich
Nach den Diskussionen in der Kleine Arbeitsgruppe SJK wurde die Neubauvariante 1 bevorzugt, damals mit 5,67 Mio€ veranschlagt.
Somit kostet die Variante 1 bereits nach der ersten Grobplanung:

  • 1,28 Mio€ mehr mit Grundstücksverkäufe
  • 1,64 Mio€ mehr ohne Grundstücksverkäufen

Gegenüber der Sanierung ergeben sich nun Mehrkosten in Höhe von

  • 3,25 Mio€ ohne Sachraum/Fachraum
  • 2,83 Mio€ mehr als die Sanierung mit Sachraum/Fachraum

Fraglich ist, ob man die Verkäufe der Grundstücke von den Kosten des Neubaus soll, da es sich dabei nur um Augenwischerei handelt. Die Einnahmen müssten dem Haushalt generell als Einnahme zugerechnet werden.

2. Sanierungsfähigkeit und Qualtäten der alten Schule
Die Grundsubstanz der Schule Bünningstedt ist sanierungsfähig. Hierüber waren sich zum Zeitpunkt der Besichtigung am 1.10.15 Verwaltung und Bauausschuss einig. Das entsprechende Konzept steht und die Arbeiten können kurzfristig beginnen. Die Grundsubstanz (Mauerwerk, Fundament) ist gut und somit ist eine Kernsanierung möglich. Eine gut durchgeführte Kernsanierung ist nahezu wie ein Neubau zu betrachten. Schalldämpfung zwischen den Klassen und Räumen sind bei Massivbauweise (Sanierung Bestand) deutlich besser als bei Ständerbau/Holzrahmenbau (Neubau).

Die "altmodische" Hufeisenform des Altbaus hat große Vorteile: behindertenfreundliche Eingeschossigkeit und ein Schutzgefühl auf dem Schulhof.

3. Landschaftsverbrauch und Gemeindeeigentum
Der Neubau wird auf neuen (Acker-)Flächen stattfinden, die erworben werden müssen. Die Gemeinde Ammersbek hat sich grundsätzlich gegen Bauen auf der Grünen Wiese, also für Flächenschonung im Außenbereich ausgesprochen (Leitbild für die Wohnungsentwicklung bis 2025). Dies würde mit dem Neubau konterkariert.
Die Außenfläche soll von der 1.Planung von 5.500 m² auf aktuell 9.780 m² erweitert werden. Wobei „nur“ 7.456 m² gemeindeeigene Flächen zur Gegenfinanzierung verkauft werden.

4. Platzbedarf Grundschule (Fach- und Gruppenräume)
Grundsätzlich hat eine Grundschule keinen Anspruch auf Fach-/Sachräume, allerdings gibt es neue Anforderungen des Landes. Teil des Beschlussvorschlages: „Der im Vergleich zum Altbestand erhöhte Raumbedarf wird bestätigt und soll Grundlage der Planungen für einen Neubau sein.“ Dies wurde aber nie diskutiert und auch nicht beschlossen.
In einer überfraktionellen Arbeitsgruppe wurde ein Platzbedarf vergleichbar mit der jetzigen GS, also 8-9 Klassenräume, Nebenräume, Mensa etc. besprochen. Darauf sollte Verwaltung ein Konzept aufbauen. Aus dieser ersten Konzeptstudie gehen diese Raumzahlen oder Angaben hervor, nicht aber ein erhöhter Raumbedarf. Kombinierte Bücherei/Computerraum, Atelier, Musik- und Mehrzweckraum (HWS) sind 3-4 Fachräume. Die GS Hoi hat beispielsweise nur einen Musikraum und eine Bücherei. Der zusätzliche Raum (Los 3) im der Sanierungskonzept sollte ein Musikraum sein, damit wäre Fachraum Gleichstand zur Grundschule Hoisbüttel. Weiterer Raumbedarf müsste grundsätzlich geklärt werden und beträfe beide Grundschulen.

5. Lage im bevölkerungsärmsten Ortsteil und langfristige Schülerzahlen
Für den langfristigen Bedarf für diese Schule gibt es keine belastbaren Zahlen. Die Räumlichkeiten sind derzeit ausreichend.
Laut Schulentwicklungsplan 2014 ergibt sich vom lfd. Schuljahr bis zum Ende des Planungszeitraums 2036/37 zahlenmäßig ein Rückgang um 117 Schüler (39,87 %). (Vorlage - 0085/IX vom 01.04.2014), bereits jetzt wurden viele Plätze an Ahrensburger Schüler vergeben. Weiter heißt es im Schulentwicklungsplan: „Die Entwicklung der Schülerzahlen der Grundschule Bünningstedt ist aufmerksam zu beobachten. Ggf. wäre der Standort durch Errichtung einer Außenstelle für die Grundschule Hoisbüttel zu sichern.“

Schulkinder der Siedlung Daheim/Am Heimgarten gehen zur deutlich näheren Grundschule Reesenbüttel (ohne OGS, keine Hortplätze für Ammersbeker).

Die zukünftigen Schüler wohnen ganz woanders. „Neubaugebiete“ sind nur in Lottbek (Betonwerk und Georg-Sasse-Straße), Hoisbüttel (Wohnpark Bredenbek), Schäferdresch (Lakeside Village) und Rehagen (neben Harms) in der Errichtung oder Planung (Lottbek). Bünningstedt liegt außerdem im Achsenzwischenraum, hier ist nach Landesentwicklungsplan deshalb keine umfangreichere Wohnbauentwicklung mehr zulässig.

6. Ungleichbehandlung der Schulen Hoisbüttel und Bünningstedt
Wir befürchten bei einem Neubau und damit einhergehenden erheblichen Mehrkosten eine Benachteiligung der Schule Hoisbüttel (Lottbek) und der KITA Sonne Mond. Letztere haben ebenfalls immer noch erhöhten Sanierungsbedarf z.B. bei Dachdämmung, Fenstern,
Türen und teilweise den WC-Anlagen. Schon jetzt macht sich bemerkbar, dass in diese Schule deutlich zurückhaltender investiert wird. Es ist absehbar, dass sich diese Situation verschärft, wenn für einen Neubau bis zu 3,25 Mio € mehr ausgegeben wird, als für die Sanierung notwendig wäre. Vor Jahren hat man sich aus Kostengründen gegen einen Neubau der Grundschule Hoi entschieden. Zur wurden danach z. B. die Fenster saniert und Feuerschutzmaßnahmen ergriffen. Eine grundlegende Sanierung war 2015 für 2019/20 vorgesehen.


Weiter Beispiele für die Ungleichbehandlung:

  • Die minimal durchgeführte Küchenmodernisierung KiTa Lo (Verringerung Arbeitsumfang, alte Fliesen mit Silikon gestopft…)
  • Verzögerungen beim Einbau der WCs in der Kita LO und Sonne/Mond aufgrund fehlender Mittel/Kapazitäten
  • Das WC im 2.OG Kita Lo/SM wurde nicht mehr gefliest
  • Die oder der Fördervereine kommen schon jetzt für Spielzeuge, Klettergerüst, Kühlschränke und andere Ausstattungen auf.

Es gibt immer mehr Eltern, die sich fragen, warum Bünningstedt bereits einen großzügigen Kita Neubau bekommen hat und dennoch dafür die gleichen Gebühren zu zahlen sind.

 

7. Abstriche durch Kostendeckelung
Wegen der hohen avisierten Kosten hat sich die SPD für einen Kosten-Kompromis eingesetzt: für eine Maximal-Summe von 5 Mio soll der Neubau realisiert werden. Das führt unweigerlich zu erheblichen Einbußen in der Qualität des Bauwerks und in der Folge zu höheren Unterhaltungskosten Geringe Unterhaltungskosten in den ersten Jahren waren aber eines der Argumente für einen Neubau. Wenn keine Abstriche bei der Qualität des Baus gemacht werden, wird stattdessen das Raumkonzept leiden. Die Schule wird entweder deutlich kleiner ausfallen oder wird ein bescheideneres Raumkonzept haben als gewünscht.

8. Bereits in den Altbau investierte Summen der letzten 5 Jahre (2012 – 2016)
Für die bauliche Unterhaltung des jetzigen Schulgebäudes wurden in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 236.750,94 € aufgewendet. Zusätzlich wurden für die Einrichtung der Mensa 126.860,21 € ausgegeben. Die investiven Ausgaben belaufen sich auf 73.647,76 €.
Diese Ausgaben von insgesamt 437.258,91 € sind weder abgeschrieben noch sind die Kredite dafür getilgt. Es ist einfach eine Vernichtung von Steuergeldern.

9. Dauer der Neubaufertigstellung und Probleme in der Übergangszeit
Der Neubau könnte frühestens 2021 in Betrieb genommen werden. Das Grundschulgebäude ist aber schon lange sanierungsbedürftig, und müsste dann noch weitere 4 Jahre durchhalten. Es könnten Not-Sanierungskosten in unbestimmter Höhe anfallen, die mit Aufnahme des Schulbetriebs im Neubau in den Sand gesetzt werden. Zusätzlich zu den nicht vollständig genutzten Abschreibungskosten der alten Schule (Restwert ca. 1 Mio).

10. Fehlende Beteiligung der Betroffenen
Bisher wurden weder die Eltern (Elternvertreter & Schulelternbeirat) noch die Anwohner in Bünningstedt über die aktuelle Neubauplanung informiert obwohl sie die Betroffenen sind.

Fazit:
All diese Punkte bestärken die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in ihren stets geäußerten Zweifeln an der Sinnhaftigkeit eines Neubaus der Grundschule in Bünningstedt.