Woran erfreut sich das Kinderherz in Ammersbek? Am Trecker auf dem Feld, dem Feuerwehrauto auf der Straße - und? An den Pferden. Kühe und Schweine sind in Großställen verschwunden, aber Pferde auf der Weide begeistern kleine Kinder. Die Größeren voltigieren, lernen Reiten oder haben ein Pflegepferd. Aber nun haben viele Pferdehalter Briefe bekommen: Die Unterstände sollen verschwinden.

Viele Pferde brauchen einen Wetterschutz, Futter oder Sättel dürfen nicht nass werden. Aber selbst minimale Holzkonstruktionen sind im Außenbereich, dem Bereich außerhalb der geschlossenen Bebauung und der Bebauungspläne, baurechtlich nicht zulässig. Vor etwa einem Vierteljahrhundert rissen Pferdehalter nach Aufforderung schon einmal alle Unterstände ab. Im Laufe der Jahre entstanden mancherorts wieder Behelfsbauten, aber das Damoklesschwert der Illegalität hing drohend über den Wiesen.

2011 und 2012 wurden wuchernde Bauten der Gemeindeverwaltung gemeldet und von dieser an den für den Außenbereich zuständigen Kreis weitergeleitet. Bei dem daraufhin beginnenden „behördlichen Tätigwerden“ ging es dann nicht mehr um einzelne große oder unordentliche Bauten, sondern es wurden alle kartiert, die nach geltendem Recht nicht sein dürfen. Seit März 2013 erhalten Pferdehalter daher wieder eine schriftliche Aufforderung, die Bauten zu entfernen.

Für die Grünen gehört Pferdhaltung zu Ammersbek und macht es für Familien attraktiv. Wichtig ist in unseren Augen, dass alle Belange berücksichtigt werden, die der Natur und die der Menschen. Weder Großbauten noch dauerhafte Misthaufen, deren Sickersäfte Grundwasser und Bäche verschmutzen, sind gut für die Natur. Knicks müssen frei von Dung- und Materiallagerung sein. Aber dies darf nicht bedeuten, dass sogenannte Offenstallhaltung nicht möglich ist.

Die Grünen setzen sich dafür ein, dass Verwaltung, Politik und Pferdehalter gemeinsam Lösungswege suchen. Kinder sollten in ihrem Freizeitspass und bei der Übernahme von Verantwortung für Tier und Natur unterstützt werden. Hier geht noch was!