Vom hohen Kantstein bis zum silbernen Türgriff

Die Fraktion der Grünen hatte die neue Bauamtsleiterin Susann Jandt-Wahls  in ihrer letzten Fraktionssitzung zu Gast.  Wer nicht mehr so gut gucken kann, ist froh über Kontraste

Sie äußerte Ansichten, wie wir sie seit vielen Jahren im Ammersbeker Bauamt vermissten und verwies darauf, dass Entwicklung nur noch Innenentwicklung heißen könne, nicht nur weil das Ammersbeker Leitbild zur Wohnungsentwicklung dies vorgebe, sondern auch weil das geänderte Baugesetz Außenentwicklung nicht mehr unterstütze. Zwar fiel das Wort nicht explizit, aber die Grundlage ihrer Entwicklungsvorstellungen ist Nachhaltigkeit.

Nachhaltige Siedlungsentwicklung beginnt mit Nachdenken. Berücksichtigt werden müssen die steigenden Seniorenzahlen, die sinkenden Kinderzahlen, die steigenden Energiepreise und der sinkende finanzielle Verfügungsrahmen in Zeiten der Schuldenbremse. Es fängt mit Baumaterialien an, ihrer Haltbarkeit und Austauschbarkeit und endet bei der Gestaltung des öffentlichen Raums auch für Menschen, die nicht mehr gut gehen oder sehen können (Kantsteinhöhe, Wegepflaster). Hier nannte sie den silbernen Türgriff als Beispiel.

Silberner Türgriff? Die Grünen stutzten etwas und dachten an goldene Wasserhähne. Aber nein, gemeint war, dass silberne Türklinken schlechter zu sehen sind als solche, die sich kontrastreich von einer weißen Tür abheben. Und mit diesem Bewusstsein denkt man heute beim Innenausbau von Kindertagesstätten bereits an zukünftige Nutzer. Wenn die KiTa mal eine SeTa wird, stimmen wenigstens schon die Türgriffe.